Nur Geniesser fahren Fahrrad
Tim hat angerufen (nein, ich habe weiterhin kein Telefon, er hat mich auf Arbeit erreicht). Ich kann das Fahrrad abholen.Nachdem ich ihm beim letzten Besuch noch erzaehlt habe, fuer was ich den Drahtesel brauche, hat er sich entschlossen, etwas breitere Reifen aufzuziehen. Die sollten auch bei Schnee problemlos greifen und mich gut durch den Winter bringen.
Dass das Fahrrad es durch die dunkle Jahreszeit schafft, zweifelt er weiterhin nicht an. Jetzt haben wir Anfang September und auch grosse Pfuetzen gefrieren bis auf den Grund und Steine erzeugen dieses lustige Geraeusch, wenn sie ueber die eisige Oberflaeche springen. Heisst aber auch, dass es mittlerweile schon ziemlich frisch ist. (Die Klobrille im Outhouse haengen wir ueber Nacht an die Wand, damit man sich fruehs nicht auf eine Frostschicht setzen muss.) Heute morgen habe ich auch das erste Mal nach einer Wollmuetze gekramt. Wir werden also sehen, wer bei wieviel Grad Minus schlappt macht.
Die erste Runde durch die Stadt hat sich gut angefuellt. Die Bremsen greifen aggressiv, die Schaltung arbeitet zuverlaessig und die Kette laeuft ihren Weg. Werde mich gleich auf den 3-km-Heimweg machen und bin auf die Zeitersparnis gespannt. Bin froh wieder etwas unabhaengiger zu sein, aber dennoch werde ich die Mitfahrgelegenheit mit Kirsty nutzen, wenn Schul- und Arbeitszeiten das erlauben.
Das Wochenende und der Atlin-Whitehorser-Tagish-Ausflug ruecken naeher. Waren wir im Verlauf der Reise fuer laenger als eine Woche an einem Ort hat die Rastlosigkeit mich heimgesucht. Das ist diesmal nicht passiert. Dennoch freue ich mich auf den schoensten Ort der Welt (bin gespannt wie es dort zwischen Herbst und Winter aussieht), Sascha und Manu, Wintershopping in der Hauptstadt und ein Wochenende in einer Ecke, die ich zuvor noch nicht gesehen habe. Bis dahin werde ich noch ein paar Teller spuelen und fuer heute nacht wurden wieder gute Chancen fuer Nordlichter vorhergesagt.

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