Zurueck zu Fuss in Halifax

Veröffentlicht auf von Martin & Daniel

Gestern Abend Bilder hoch geladen, heute das Auto zurueck gegeben.

Die beiden verbleibenden mobilen Tage haben wir wandernd im Taylor Head Provincial Park verbracht. Der liegt auf einer Landzunge, die einige Kilometer in den Atlantik greift und uns nochmal das gezeigt hat, was uns bisher schon beeindruckt hat. Felsformationen, die den Wellen trotzen. Unter der salzigen Gischt gebeugte Vegetation und Stachelschweine (wie die Recherche herausgebracht hat) die behaebig auf Baeume flieht.

Eine Unwetterwarnung hat uns zu einem spontanen Roadtrip ueberredet und unser Auto wurde zum Pingpongball zwischen den Kuestenlinien. Es hat beinahe ohne Unterbrechung geregnet und der Wind hat die langen Ampelmasten schaukeln lassen. Mit einer nervoes blinkenden Tankanzeige sind wir auf komplett gesperrte Hauptstrassen in the middle of nowhere gestossen. Haben aber ohne einen einzigen Balken auf der Anzeige noch eine Tankstelle erreicht. Wir kamen durch New Glasgow, vorbei an Cape George und einmal mehr durch Truro.

Nachdem wir heute frueh das Auto abgegeben haben, wurden wir vom Wind in die Innenstadt gestossen. Wieder per pedes vorbei am Schild "Welcome to downtown Halifax" und froh einen Kaffe ausserhalb der Tim-Hortons-Fruehstuecksketten-Monotonie zu schluerfen. Danach haben wir den unglaublichsten Buchladen betreten, der als Kulisse fuer gute Filme dienen koennte. "Members only" sagte ein Hinweis an der Eingangstuer. Doch als Mitglied durfte sich jeder bezeichnen, der gewillt ist die komplexe Ordnung des Ladens zu respektieren. Das sorgt zuerst fuer ein Grinsen, doch erklaert sich beim ersten Anblick von selbst. Zwei Stockwerke waren vollgestellt mit raumhohen Buchregalen. Kein Platz fuer Bilder oder Blumen, jeder Winkel gehoerte bedruckten Seiten. Professionell aufgetuermte Buecherstapel unterliegen angeblich einer Logik und den Weg durch die engen Gassen bekommt man von einem Lageplan erklaert, der an Nahverkehrskarten erinnert. Sektionen und Genres werden von roten, blauen und gruenen Linien nach Epoche, Sprache oder Schuhgroesse des Autors verbunden und ueberall Buecher. In den Regalen, davor, daneben, teilweise als Regal. Hoffentlich bietet sich nocheinmal die Gelegenheit in den Raeumen Bilder zu machen. Denn diese Worte erzeugen vielleicht nicht das entsprechend ueberwaeltigende Bild.

So wurde ein Buchkauf zu einem Erlebnis, dass uns frisch inspiriert durch die Stadt ziehen liess. Dazu hat sich sogar die Sonne mal wieder gezeigt. Dieser Stadt werden wir auch die naechsten Tage noch treu bleiben. Am Wochenende hoffentlich rudernd. Danach geben wir die Vorzuege eines sicheren Schlafplatzes, eines konstanten Internetanschlusses und eines Kuehlschranks wieder auf und wollen nach Cape Breton und Neufundland aufbrechen. Als Zeitlimit, bis wir von Montreal nach Vancouver aufbrechen wollen, haben wir uns Mitte Mai gesetzt und dazwischen sollten wir Unibewerbungen nicht vergessen.
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B
alter, daniel, du assi! rasier dich ma wieder!
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