Mont Royal
Nachdem wir gestern zu zweit noch ein paar unbekannte Viertel der Stadt erkundet haben, gab es abends Lasagne und viel zu lachen mit Ghislain und Genevieve. Heute stand der Namensgeber auf dem Programm. Schnee und Eis haben den Aufstieg ein wenig spannender gestaltet, aber heute hat sich eindeutig der Fruehling durchgesetzt. Das fuellt zuvor verwaiste Strassen mit Menschenmengen und an den Aussichtspunkten auf dem Berg kommen Sonnensuchende zur Ruhe. Der Himmel war zwar wieder wolkenfrei, aber ueber der Stadt hing eine blickblockierende Dunstglocke. Bilder gibt es in gewohnter Vielzahl.
Auf dem Rueckweg hat sich das Klischee vom Parkplatz mit Ausblick, auf dem pupertierende Teenager in den Autos ihrer Erzeuger erste Knutschkenntnisse sammeln, bewahrheitet. Doch solange der Schutz der Dunkelheit noch keinen Mut verleiht, muss man sich mit der Musik zufrieden geben, die sich im Verlauf des Parkplatzes von gewohnt geschmacklos zu unkonventionell traditionell wandelt und aus den offenstehenden Fahrertueren in jeden passierenden Gehoergang gepruegelt wird.
Den naechsten interessanten Eindruck gab es anschliessend in einer McDonalds Filiale. (Als Ausrede warum wir schon wieder den wohl bekannten Fast-Food-Tempel aufsuchen, darf Ghislains Eiallergie herhalten.) Die Naehe zu Montreals populaerster Bingohalle verleiht dem »Restaurant« einen aehnlichen Altersschnitt wie die Fussgaengerzone in Bad Kissingen an einem Mittwochmorgen im November. Manche spielsuechtigen Rentner schlafen, andere essen sogar. Warum auch nicht, auf gesunde Ernaehrung koennen die meisten hier ohnehin pfeifen. Zu unserer Poutine gibt es heute einen Double Bigmac. Also 4 Lagen Fleisch. Jawoll. Die vegetarische Lasagne von gestern ist wieder aufgeholt. Entschuldigung, dass wir schon wieder vom Essen berichten. Aber wir essen ja auch gerne.